Friedenszeichen der Verbundenheit gesetzt

Martinimontag mit Wortgottesdienst und Kranzniederlegung gefeiert

Eingeführt mit den Klängen vom alten Wiegen- und Kirchenlied „Abends, wenn ich schlafen geh“ feierten die Urloffener ihren Martinimontag am 7. November zum ersten Mal in einem abendlichen Gottesdienst. Die aus der Oper „Hänsel und Gretel“ bekannte Weise inspirierte Dietrich Bonhoeffer im Advent 1944 zu einem wunderbaren Gedicht, in dem er das „große, unsichtbare, aber sehr reale Reich der Verbundenheit“ zum Ausdruck bringen wollte. Aus diesem Gedicht entstand später das gern gesungene Kirchenlied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Der Musikverein Urloffen intonierte es in einer bewegenden Instrumentalversion.

Im Laufe des Gottesdienstes wurden immer wieder Friedenszeichen der Verbundenheit gesetzt. Hilda Geiser aus der Klasse 3a entzündete mit Pastoralreferent Thüsing eine in der Schule gestaltete Friedenskerze. Sie stand stellvertretend für die vielen Kinder, die in der Schule Friedenszeichen der Verbundenheit gemalt hatten. Diese waren auf Schautafeln ausgestellt. In einem Rollenspiel erzählten Schulleiterin Katharina Schmälzle, Lehrerin Celina König, Mesner Joachim Hass und Pastoralreferent Stephan Thüsing die geheimnisvolle Geschichte einer jüdischen Familie in den 1930-er Jahren. Zerbrochene Teller dienten als Kapore (=Sühneopfer) und halfen Menschen in Krankheit und Not.
In seiner auf die von Jakob geträumte Himmelsleiter und auf Jesu Verheißung vom geöffneten Himmel zurückgreifenden Ansprache zeigte Herr Thüsing auf, wie wichtig und heilsam es ist, Verbundenheit zu fühlen und daraus Zeichen der Verbundenheit zu setzen. Der Singverein Urloffen brachte es in seinem Lied „Alle Menschen dieser Welt“ zum Ausdruck: „Herr lass uns versteh´n, dass wir verbunden sind, dass wir Menschen Schwestern und Brüder sind.“
Im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst mahnte Ortsvorsteherin Pamela Otteni-Hertwig in ihrer Ansprache vor dem Ehrenmal auf dem Kirchplatz, das Gedenken aufrecht zu erhalten. Angesichts des Ukraine-Krieges sei deutlich sichtbar, dass unsere Freiheit nicht sicher sei. Man gedenke deshalb nicht nur den Gefallenen und Opfern der beiden Weltkriege, sondern gerade jetzt und heute den Leidenden der aktuellen Kriege. Gemeinsam mit Bürgermeister Manuel Tabor legte die Ortsvorsteherin anschließend einen Kranz am Ehrenmal nieder.

Quelle: Kirchengemeinde Appenweier-Durbach