Peru-Kreis Durbach-Ebersweier feiert 35 Jahre Partnerschaft mit Lares

Persönliche Begegnungen – eindrucksvolle Erfahrungen - ausdauernde Hilfsbereitschaft

Seit über 35 Jahren setzt sich der Peru-Kreis Durbach-Ebersweier für die Partnergemeinde Lares (Peru) ein. Das Bergdorf Lares umfasst 700 Einwohner und liegt 3200 Meter über Meeresspiegel. 24 kleine Weiler gehören zum Bezirk Lares.

Vorsitzender Egon Morgenthaler, Silke Mahnke, Peter Stäbler und Elke Laible haben schon mehrere Reisen in die Partnergemeinde unternommen. Im Vorfeld des Jubiläums, das am 23. Juli in der Kirche Sankt Heinrich und im Pfarrheim St. Kunigunde (Durbach) stattfindet, berichteten sie der Presse gegenüber von eindrucksvollen Erlebnissen und Begegnungen.
Frohe Kinder mit Lebensmittelpaketen

Quelle: Kirchengemeinde Appenweier-Durbach

Egon Morgenthaler reiste erstmals im Jahr 2000 nach Lares: „Damals fuhren wir mit dem Kleinbus über die Berge.“ In der Nähe des Ziels (einer kleinen Steinhütte) warteten am Straßenrand zitternde Kinder. „Wir verteilten kleine Brötchen. Das Strahlen in ihren Augen
hat mich tief beeindruckt. Meerschweinchen, Hühner und Schweine liefen frei herum. Es gab kein elektrisches Licht. Wir benutzten Taschenlampen.“ 2001 finanzierte der Peru-Kreis die notwendige Erneuerung der Wasserrohre. Innerhalb eines halben Jahres erstellten die Anwohner die ein Kilometer lange Wasserleitung! Beim
Besuch 2006 gab es im Zentrum Licht. 2013 hatte die Stromleitung auch Privathaushalte erreicht, allerdings waren kaum Elektrogeräte vorhanden. Seit 2010 betreiben Menschen einen kleinen Laden mit Web- und Handarbeiten. Das Thermalbad wird ständig ausgebaut und erweitert. … Eine Aufwertung !
Silke Mahnke berichtete lebhaft von ihren fünf Besuchen in den Anden. Sie gilt seit Jahren als Verbindungsfrau und hat mehrfach Projekte durch ihre furchtlosen Reisen unterstützt. Frau Mahnkes großer Traum war es gewesen in Südamerika Soziale Arbeit zu leisten. Zugunsten ihrer eigenen Familie verzichtete sie jedoch darauf. „Stattdessen bin ich (erstmals 2006) ein Vierteljahr lang in Lares gewesen. Ich half überall mit, wo es nötig war: In der Kinderbetreuung, in der Küche, im Büro.“ Niemals werde sie vergessen, wie aufopfernd sich Pater Cayetano um das Wohlergehen von 30 Schützlingen gekümmert habe, erklärt Frau Mahnke.
Der Pater suchte einen Bauplatz, um den Kindern, die täglich aus den entlegenen Weilern zur Schule liefen, Schlaf- und Betreuungsplätze zu schaffen. So konnten sie die Woche über in der Nähe der Schule bleiben (Schulpflicht) und mussten nur am Wochenende den langen mühseligen Fußmarsch auf sich nehmen. (Teilweise legten bereits Erstklässler Wege über 1000 Höhenmeter zurück!) Pater Cayetano plante und organisierte über 20 Jahre lang unentwegt. Er wollte Schülern, Firmlingen, Marktfrauen und Besuchern ein
Nachtlager bieten. In den Folgejahren reiste Silke Mahnke noch vier Mal in die Anden (zuletzt 2011).
Jedesmal staunte sie über die dortige Entwicklung, welche in hohem Maß
mit der finanziellen Unterstützung durch den Peru-Kreis Durbach-Ebersweier gefördert wurde. „Sehr gute Erinnerungen habe ich an das dortige Thermalbad!“, berichtet Mahnke. Vor allem nach kalten Nächten hätten die heißen Quellen für angenehme Tiefenwärme gesorgt.
Peter Stäbler reiste zwei Mal nach Peru. „Am meisten beeindruckt mich der Fortschritt!“, erklärte er: 2006 habe die Fahrt mit dem Auto von Cusco bis Lares sechs bis sieben Stunden gedauert. „Im Ort gab es nur ein einziges Telefon. Über Lautsprecher wurden Angerufene frühmorgens benachrichtigt.“ 2011 brauchte man nur noch drei Stunden für dieselbe Strecke. Mehrere Leute hatten schon Telefon und Internet. „Die Gemeinde trieb große Entwicklungen voran!“
Stäbler lobt die großherzige Arbeit des Salesianer-Patres Cayetano: Dieser habe Einkauf, Verwaltung und Organisation des Sankt Heinrich Hauses (Herberge für Schüler) völlig allein gemeistert!“ Mit dessen Versetzung nach 20 Jahren seines Wirkens seien viele fruchtbare und langwierig aufgebaute Dinge zunichte gemacht worden. Betroffen äußerte sich Stäbler hinsichtlich der Vorgehensweise des Ordens: „Die Salesianer haben die Arbeit des Paters nicht geschätzt.“
Das mit Spendengeldern vom Peru-Kreis geförderte Sankt Heinrich-Haus blieb bestehen. Als Verbindungsmann zur deutschen Partnergemeinde blieb Pedro (ehemaliger Schüler des Heinrich-Hauses) erhalten. Ihm hat der Peru-Kreis eine Verwaltungsausbildung finanziert, dadurch kann Pedro jetzt bei der Gemeinde arbeiten. Die Diözese Cusco beauftragte Rene, sich um die Partnergemeinden zu kümmern. Als
Rechtsanwalt schuf dieser die Grundlage für die Überschreibung des Hauses an die Erzdiözese. Seit 15 Jahren verwaltet Pedro das Heinrich-Haus. Seine Frau betreut die 18 Schüler.
Fremdsprachenkorrespondentin Elke Laible besuchte Lares 2006 und 2013. Seit 2006 übersetzt sie für den Peru-Kreis. Sie erklärte: „In der Stadt selbst lässt es sich gut leben. Heute gibt es in Lares sogar ein Hotel. Allerdings litt der Tourismus sehr unter der Pandemie. Wenn der Fremdenverkehr wieder wächst und zur Lebensgrundlage hilft, werden auch wieder mehr Menschen in Lares bleiben. In den Hochanden (3000 bis 4000 Meter) kämpfen sie um ihren lebensnotwendigen Unterhalt. Kartoffeln, Mais und Gemüse
bauen die meisten Familien dort zwar selbst an. Doch die Erträge in der extremen Höhenlage sind gering.“ Gern denkt sie zurück an ihren Besuch bei den Bergbauern, die in einem einfachen Haus mit Lehmboden wohnten. „Tiere gingen da rein und raus. Die Menschen waren offen und zufrieden.“
In den Berichten wird deutlich:
Die Partnergemeinden haben in gegenseitigem Vertrauen verschiedene Denkweisen, Kontaktschwierigkeiten und Pfarrerwechsel über all die Jahre verkraftet. Begegnung, Gebet und konkrete Hilfeleistung gelten als drei wesentliche Säulen für lebendige und tragfähige Gemeindepartnerschaft. Der Dank für alles, was gewachsen ist und das Gebet verbinden die Menschen über den Erdkreis. Durch viele gegenseitige Besuche, Austausch per Internet ist das Miteinander über all die Jahre stets gepflegt worden. Der kulturelle Austausch hat alle Beteiligten bereichert. In Zukunft will der Peru-Kreis weiterhin begabte Menschen fördern, ausbilden und nachhaltige Entwicklungen durch unbürokratische Hilfe ermöglichen. E-Mails und Whats
App-Gruppen erlauben jederzeit schnelle Verbindungen.
Peru-Kreis Durbach-Ebersweier
Gegründet 1988 von Andreas Kiefer
Vorsitzender: Egon Morgenthaler
Kasse: Marianne Kunz
Kontoverbindungen :
Volksbank OG Nr. 65 14 61 00 BLZ: 664 900 00
IBAN DE 94664900000065146100
Sparkasse OG Nr. 52 95 89 BLZ 664 500 50
IBAN DE 16664500500000529589
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