Bußfeier: "Ihr seid das Salz der Erde"

Am 15. März fand in der Heilig-Kreuz-Kirche in Ebersweier eine Bußandacht statt. Pastoralreferent Stefan Thüsing und das Chörle hatten dazu eingeladen. Die Andacht war geprägt von ruhiger Musik, modernen Liedern, Gebeten und Texten, die zum Nachdenken anregten. Märchenerzählerin Katrin Bamberg bereicherte die besinnliche Stunde mit der Geschichte „Die Salzprinzessin“. Tobias Götz, Manuela Baumann,Teresa und Sophie Heitz bildeten mit Stephan Thüsing das Instrumentalensemble.

„Wer die Bedeutung des Zuspruches Jesu ermessen will, der sollte sich vor Augen halten, dass Salz zur Zeit Jesu in vielen Teilen des Orients schwer erhältlich war“, erklärte Thüsing zu Beginn. Salz sei entsprechend kostbar gewesen. Es galt als beliebtes Tauschmittel und gilt heute noch im Orient als heiliges Symbol der Freundschaft.
Einfach leben - Güte wagen – ehrlich bleiben
Ein modernes Lied bezog sich auf die Seligpreisung aus der Bergpredigt Jesu. Der Text fordert dazu auf, Mitgefühl zu zeigen, Gerechtigkeit zu suchen, in Frieden miteinander zu leben. Mit dem Märchen von der Salzprinzessin betonte Katrin Bamberg die Notwendigkeit, geistig seelische Werte über alles Materielle zu stellen, um glücklich zu leben: Wie das Salz Würze in jede Speise bringt, so beleben Menschen, die aufrichtig und treu das Gute wagen ihre Umgebung mit hoffnungsvoller Freude.
Die Märchenerzählerin erreichte durch ihren lebhaften Vortrag hohe
Aufmerksamkeit bei den Zuhörenden.
Salz der Erde – Licht der Welt
In seiner Ansprache verdeutlichte Stephan Thüsing die Botschaft, die hinter der Aussage Jesu steht: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ Anhand der Eigenschaften von Salz erklärte er, wie wichtig wir Menschen füreinander und für die Welt sind. Um die Würze des Lebens zu erfahren brauchen wir wahre Freundschaft, in der wir andere mit ihren Eigenarten liebevoll annehmen.
Salz macht haltbar
Die Gabe des Salzes zu konservieren erinnert uns daran, auch in unseren Beziehungen Wertvolles festzuhalten.
Salz als guter Fleckenlöser. Immer wieder ist es notwendig etwas ins Reine zu bringen: Wir brauchen Mut, Dinge klar zu benennen, auch Unangenehmes auszusprechen. Wenn wir in uns in diesem Sinn füreinander öffnen werden wir „zum reinigenden Salz der Erde“.
Salz bringt zum Schmelzen
Das Einfrieren von Gefühlen und Kränkungen bringt Abstand und Kälte in unsere Beziehungen. Mit Herzenswärme werden wir „zum schmelzenden Salz der Erde“. Wertvolle Impulsfragen ermöglichten den Andachtsbesuchern, ihre Eigenarten und Verhaltensweisen zu überdenken, Manches in neuem Licht zu sehen.
Anschließend an die außergewöhnliche Besinnungsstunde blieb noch Zeit für kurze Gespräche. Besucher äußerten sich erfreut über die ermutigende Botschaft des Organisationsteams um Stephan Thüsing.
Rosa Harmuth / Offenburger Tageblatt