Impuls am Anfang der Karwoche

von Pfarrer Thomas Dempfle

Mit dem Palmsonntag beginnt für die Christen die Feier der Kar- und Osterwoche, in diesem Jahr ohne öffentliche Gottesdienste. Doch die Kirchen sind auch in diesen Tagen offen und unsere Mesnerinnen und Mesner werden sie den einzelnen Festtagen entsprechend gestalten.

So möchten wir jedem und jeder einzelnen von Ihnen die Gelegenheit geben, bei einem notwendigen Spaziergang doch vielleicht auch einen kleinen Abstecher in unsere Gotteshäuser zu machen, für sich zu beten, ein Opferlicht zu entzünden, so aber auch die Gemeinschaft mit dem leidenden und auferstandenen Christus zu suchen, der uns in diesen Tagen in besonderer Weise nahe sein will.
Um diese besondere Nähe zu erfahren, kann uns aber auch das Bild helfen, dass sie rechts sehen. Darauf ist Jesus während seiner Passion abgebildet, nach seiner Gefangennahme, wie er gefesselt und gebunden an einer Säule steht, allein seinem Schicksal ausgeliefert, leidend.
Viele von uns machen gerade in diesen Tagen eine ähnliche Erfahrung. Viele von uns leiden unter den massiven Einschränkungen, die uns allen in diesen Tagen der Corona-Krise auferlegt sind. Viele von uns sind zu Hause in ihren Häusern und Wohnungen allein oder auch in unseren Pflegeheimen und Kranken-häusern. Wir alle müssen uns an Besuchsverbote und Kontaktbeschränkungen halten. 
Doch dieser Jesus – sein Bild ist derzeit unserer Kirche St. Michael in Appenweier zu sehen – er sieht nicht verzweifelt aus. Geduldig nimmt er sein Schicksal an. Und wenn auch die Spuren seines Leidens deutlich zu sehen sind, so strahlt dieser Jesus dennoch auch Zuversicht und Hoffnung aus.
Diese Hoffnung und Zuversicht aber wünsche ich uns allen. Die Kar- und Ostertage, die vor uns liegen, wollen und können uns darin bestärken. Wenn wir in diesen Tagen den Weg mit dem leidenden und auferstandenen Jesus gehen, dann werden auch wir erfahren, dass auch ER den Weg mit uns geht, auch durch diese Corona-Krise hindurch.