Blasorchester webt faszinierenden Klangteppich
Rund 100 begeisterte Zuhörer fordern zwei Zugaben
Durbach-Ebersweier (rh). Eingängige Melodien aus 12 Ländern kennzeichneten das neuzeitliche Konzert, das am 6. November in der Heilig-Kreuz-Kirche stattfand. Am Anfang stand die Titelmelodie für ein Videospiel. Die spannende Geschichte um ungewohnte Rhythmen verhalfen dem Komponisten Christopher Tin zu Ruhm.
Dies ermöglichte ihm aus der Ursprungsidee heraus ein komplettes Album zu entwickeln. Inzwischen ist dessen Eingangslied „Baba Yetu“ bei vielen Chören bekannt und beliebt. Unter Leitung von Christiane Weimann führte das Blasmusikorchester Rettigheim den weltumspannenden Liederzyklus „Calling All Dawns“ von Christopher Tin auf.
Das war nur deshalb möglich, weil der Komponist auf Wunsch des Vorsitzenden Oliver Eschelbacher die Originalfassung speziell für Blasorchester umgeschrieben hat. Die Welturaufführung präsentierten die Instrumentalisten zusammen mit dem 50-köpfigen Chor „Vocalmania“ aus Isenburg beim diesjährigen Deutschen Katholikentag im Mai in Stuttgart. Das zweite Konzert derselben Art besuchte Iris Straßer-Müller vom Gemeindeteam der Pfarrgemeinde Ebersweier in Rettigheim. Fest entschlossen, die eindrucksvolle Musik in ihren Wohnort zu bringen, lud sie den Musikverein nach Ebersweier ein.
Tatsächlich gelang es ihr und dem Vorsitzenden die gewünschte Darbietung zu organisieren – allerdings aus organisatorischen und technischen Gründen ohne Chor. Stattdessen überzeugten Christiane Bauer und Lukas Haag als Solisten mit ihren ergreifenden Stimmen. Aussagekräftige bewegte Bilder auf Großleinwand verbanden die Besucher mit Menschen auf der ganzen Welt.
Oliver Eschelbacher nannte die Komposition einen „Kunstvollen Teppich der Menschlichkeit“. Wir alle seien Teile dieses Teppichs und „müssen zusammenstehen, um unsere Erde zu bewahren.“ Eschelbacher versprach eine angenehme und spannende Zeit beim Zuhören und Eintauchen in die Musik.
Moderatorin Johanna Hassfeld führte durch das eineinhalbstündige Werk. Sie nahm das Publikum mit in „den Kreislauf des Lebens und der Jahreszeiten“. Es sei gut wenn Menschen sich selbst als Teil eines großen Ganzen erlebten: „Als weise gewordene Person erlangen wir Harmonie, indem wir uns dem Wandel des Lebens anpassen.“
„Tag“
Nachdem im ersten Satz des Konzerts die Wucht der Musik stetig zunahm sprach Hassfeld zum portugiesischen „Se é pra vir que venha“ vom nahenden Tod und den damit verbundenen Gefühlen. Hingabe an das Kommende sei zu jeder Zeit notwendig um angstfrei dem Unbekannten entgegenzutreten.
Ineinander verflochten schienen Text und Musik. „Lass uns zusamenstehen“ erklang als Aufforderung in französisch. Gleichzeitig erfuhren die Zuhörenden stärkende Gemeinschaft, während eine Woge der anschwellenden Musik das Kirchenschiff schier ins Wanken brachte.
Aufatmend vernahmen die Konzertbesucher die musikalische Botschaft vom „Ewigen Licht“ als Zeichen der Hoffnung in der „Nacht“ im zweiten Satz. Während durchgängige Melodien des Blasorchesters das Hinübergleiten in eine andere Seinsweise versinnbildlichten erstrahlten lichtdurchströmte Landschaften auf der Leinwand.
Sanft begann das Gällische Klagelied“Caodineadh“. Disharmonische Tonfolgen riefen zur Auferstehung des Verstorbenen auf. Im Kirchenlied aus Polen erklang die Sehnsucht nach dem Ende der Dunkelheit. Sie wich im dritten Satz dem „Morgengrauen“. Lieder aus dem alten Testament, der Rubaiyat (Persien), Bhagavad Gita (Indien) und Neuseeland beschlossen den immer wiederkehrenden Kreislauf von Licht, Dunkelheit, Leben, Tod und Wiedergeburt. Christiane Bauer widmete ihre kraftvolle und zugleich samtige Stimme Gesängen in Swahihili, Japanisch, Latein und Persisch. Lukas Haag gab dem innigen Wunsch nach Frieden im beeindruckenden Segenslied der Maori leidenschaftlichen Ausdruck.
Respekt und Toleranz über die Grenzen aller Kulturen und Religionen hinweg bilden offensichtlich die Grundlage des Schaffens von Christopher Tin: Sein Zyklus umspannt die Welt, vereint verschiedenste Rhythmen, Instrumente und Figuren. Trotz Unterschieden in Kultur, Religion und Glauben machen alle Menschen ähnliche Erfahrungen mit Krisen, Höhepunkten, Wünschen und Sorgen.
Bei 100 Zuhörenden kam seine Botschaft an. Sichtlich gerührt erhoben sie sich nach der Vorstellung von ihren Plätzen. Mit jubelndem Applaus forderten sie zwei Zugaben.
Im Anschluss an das Konzert versammelten sich Akteure wie Zuhörende im hinteren Teil der Kirche,um sich auszutauschen. Dabei wurde deutlich: Niemand konnte sich dem Bann der Musik entziehen, obwohl sie die Hörgewohnheiten gewaltig durchbrach. Gespräche drehten sich unter anderem um eine Life-Aufnahme des Orchesters, die in absehbarer Zeit fertig und auf Youtube gestellt wird. Außerdem kam die Frage nach weiteren Auftritten an anderen Orten auf. (Rosa Harmuth /Offenburger Tageblatt)
Das war nur deshalb möglich, weil der Komponist auf Wunsch des Vorsitzenden Oliver Eschelbacher die Originalfassung speziell für Blasorchester umgeschrieben hat. Die Welturaufführung präsentierten die Instrumentalisten zusammen mit dem 50-köpfigen Chor „Vocalmania“ aus Isenburg beim diesjährigen Deutschen Katholikentag im Mai in Stuttgart. Das zweite Konzert derselben Art besuchte Iris Straßer-Müller vom Gemeindeteam der Pfarrgemeinde Ebersweier in Rettigheim. Fest entschlossen, die eindrucksvolle Musik in ihren Wohnort zu bringen, lud sie den Musikverein nach Ebersweier ein.
Tatsächlich gelang es ihr und dem Vorsitzenden die gewünschte Darbietung zu organisieren – allerdings aus organisatorischen und technischen Gründen ohne Chor. Stattdessen überzeugten Christiane Bauer und Lukas Haag als Solisten mit ihren ergreifenden Stimmen. Aussagekräftige bewegte Bilder auf Großleinwand verbanden die Besucher mit Menschen auf der ganzen Welt.
Oliver Eschelbacher nannte die Komposition einen „Kunstvollen Teppich der Menschlichkeit“. Wir alle seien Teile dieses Teppichs und „müssen zusammenstehen, um unsere Erde zu bewahren.“ Eschelbacher versprach eine angenehme und spannende Zeit beim Zuhören und Eintauchen in die Musik.
Moderatorin Johanna Hassfeld führte durch das eineinhalbstündige Werk. Sie nahm das Publikum mit in „den Kreislauf des Lebens und der Jahreszeiten“. Es sei gut wenn Menschen sich selbst als Teil eines großen Ganzen erlebten: „Als weise gewordene Person erlangen wir Harmonie, indem wir uns dem Wandel des Lebens anpassen.“
„Tag“
Nachdem im ersten Satz des Konzerts die Wucht der Musik stetig zunahm sprach Hassfeld zum portugiesischen „Se é pra vir que venha“ vom nahenden Tod und den damit verbundenen Gefühlen. Hingabe an das Kommende sei zu jeder Zeit notwendig um angstfrei dem Unbekannten entgegenzutreten.
Ineinander verflochten schienen Text und Musik. „Lass uns zusamenstehen“ erklang als Aufforderung in französisch. Gleichzeitig erfuhren die Zuhörenden stärkende Gemeinschaft, während eine Woge der anschwellenden Musik das Kirchenschiff schier ins Wanken brachte.
Aufatmend vernahmen die Konzertbesucher die musikalische Botschaft vom „Ewigen Licht“ als Zeichen der Hoffnung in der „Nacht“ im zweiten Satz. Während durchgängige Melodien des Blasorchesters das Hinübergleiten in eine andere Seinsweise versinnbildlichten erstrahlten lichtdurchströmte Landschaften auf der Leinwand.
Sanft begann das Gällische Klagelied“Caodineadh“. Disharmonische Tonfolgen riefen zur Auferstehung des Verstorbenen auf. Im Kirchenlied aus Polen erklang die Sehnsucht nach dem Ende der Dunkelheit. Sie wich im dritten Satz dem „Morgengrauen“. Lieder aus dem alten Testament, der Rubaiyat (Persien), Bhagavad Gita (Indien) und Neuseeland beschlossen den immer wiederkehrenden Kreislauf von Licht, Dunkelheit, Leben, Tod und Wiedergeburt. Christiane Bauer widmete ihre kraftvolle und zugleich samtige Stimme Gesängen in Swahihili, Japanisch, Latein und Persisch. Lukas Haag gab dem innigen Wunsch nach Frieden im beeindruckenden Segenslied der Maori leidenschaftlichen Ausdruck.
Respekt und Toleranz über die Grenzen aller Kulturen und Religionen hinweg bilden offensichtlich die Grundlage des Schaffens von Christopher Tin: Sein Zyklus umspannt die Welt, vereint verschiedenste Rhythmen, Instrumente und Figuren. Trotz Unterschieden in Kultur, Religion und Glauben machen alle Menschen ähnliche Erfahrungen mit Krisen, Höhepunkten, Wünschen und Sorgen.
Bei 100 Zuhörenden kam seine Botschaft an. Sichtlich gerührt erhoben sie sich nach der Vorstellung von ihren Plätzen. Mit jubelndem Applaus forderten sie zwei Zugaben.
Im Anschluss an das Konzert versammelten sich Akteure wie Zuhörende im hinteren Teil der Kirche,um sich auszutauschen. Dabei wurde deutlich: Niemand konnte sich dem Bann der Musik entziehen, obwohl sie die Hörgewohnheiten gewaltig durchbrach. Gespräche drehten sich unter anderem um eine Life-Aufnahme des Orchesters, die in absehbarer Zeit fertig und auf Youtube gestellt wird. Außerdem kam die Frage nach weiteren Auftritten an anderen Orten auf. (Rosa Harmuth /Offenburger Tageblatt)
Info: Oliver Eschelbacher seit 35 Jahren Vorsitzender des Musikvereins „Eintracht“/ Rettigheim. Zusammen mit Dirigentin Christiane Weimann ist er ständig bemüht, im Verein etwas Neues zu wagen.


